Düfte der Epochen: wie Parfüm den Zeitgeist widerspiegelt
Jede Epoche hat ihren eigenen Duft. Nicht im wörtlichen Sinne, sondern in ihrem Gefühl: was sie woll...
Andreas Wilhelm ist ein Schweizer Parfümeur und Visionär, dessen Reise in die Welt der Düfte mit einem Studium der organischen Chemie an der renommierten Givaudan-Schule begann. Dieser grundlegende Ansatz zur Wissenschaft der Substanzen bildete die Basis für seinen einzigartigen kreativen Stil, der die Präzision eines Chemikers mit der Fantasie eines Künstlers verbindet. Seine Karriere, in deren Verlauf er unter anderem für Unternehmen wie Weleda tätig war, ebnete den Weg für seinen nächsten großen Schritt: die Gründung seines eigenen Kreativstudios Wilhelm Perfume im Jahr 2008, das den Beginn seiner Legende als unabhängiger Meister markierte.
Andreas Wilhelms Stil zeichnet sich durch kühne Dekonstruktion und intellektuelles Spiel aus. Er arbeitet meisterhaft mit Kontrasten und kreiert Düfte, die überraschen und zum Nachdenken anregen, sei es für Nischenmarken oder den Massenmarkt. Seine kreative Handschrift wird von vielen Marken geschätzt. Zu seinen ikonischen Kooperationen zählen acht Duftpaare für Basisnote, sinnliche Kompositionen für Sentifique und preisgekrönte Debütparfums für das Luxuslabel Gisada. Er hat auch mit L'Adone, Evalution und Sarah Baker Perfumes zusammengearbeitet und dabei seine unglaubliche kreative Flexibilität unter Beweis gestellt.
Die besten Parfums von Andreas Wilhelm sind zu Kultklassikern in der Welt der Nischenparfümerie geworden. Dazu gehört zweifellos die gesamte provokative Kollektion seiner eigenen Marke Perfume.Sucks: vom kühnen Yellow über das holzig-würzige Green bis hin zum lebhaften Living Coral. Nicht weniger beliebt sind seine Arbeiten für andere Marken: das geheimnisvolle Sentifique – Daim Rouge, das brutale Sentifique – Testosterone und das elegante Gisada Donna mit Gisada Uomo.
Das wichtigste Manifest des Parfümeurs ist die Marke Perfume.Sucks, die als Antwort auf die übertriebenen Marketing-Märchen in der Branche gegründet wurde. Ihr Konzept ist radikal: Der Duft spricht für sich selbst, ohne eine aufgezwungene Geschichte. Die ersten drei Werke – Red, Green und Blue – wurden als Kompositionen präsentiert, die von den Kunden „abgelehnt” wurden, aber ein neues Leben fanden. Diese Ehrlichkeit und Konzentration auf die reine Wahrnehmung machte die Marke zu einem der meistdiskutierten Phänomene und ihre Düfte zu Objekten mit echtem Kultstatus unter Kennern.
Andreas Wilhelm geht weit über die Flasche hinaus und beweist, dass ein Parfümeur ein vollwertiger zeitgenössischer Künstler ist. Er hat aromatische Soundtracks für Wes Andersons Filme und eine immersive Duftinstallation für die Londoner Saatchi Gallery geschaffen. Sein Projekt Gourmand Orris – ein „essbares Parfüm” in Form von Lutschern – verwischt die Grenzen zwischen Geschmack und Geruch. Heute widmet sich der Parfümeur auch der Zukunft und arbeitet mit ScenTronix an Algorithmen zur Geruchsanalyse, was ihn als echten Innovator auszeichnet, dessen Beitrag zur Branche vielfältig und tiefgreifend ist.
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