Die Ho-Note, auch bekannt als Kampferzimt, ist ein seltener und raffinierter Rohstoff für Parfüms, der zur holzigen olfaktorischen Familie gehört. Dieser Duft fasziniert mit seiner meditativen Reinheit und komplexen Textur, die an feuchte, schattige Wälder und alte Tempel in Ostasien erinnert. Sie tritt selten als Solist in einer Komposition auf, ist aber eine unschätzbare Komponente, die sowohl Nischen- als auch Designerparfüms Tiefe, Kühle und eine fast mystische Aura verleiht.
Das aromatische Profil von Ho (Cinnamomum camphora) ist facettenreich. Es reicht von einem frischen, sauberen, fast mentholartigen Farbton bis zu tieferen, süß-holzigen und leicht würzigen Nuancen. Diese Note entbehrt des scharfen, medizinischen Kampfergeruchs, der mit Salben assoziiert wird, und entfaltet sich als beruhigender, kühler und transparenter holziger Akkord. In der Duftpyramide fungiert sie meist als Basis- oder Herznote, bietet lange Haltbarkeit und erzeugt ein Hintergrundgefühl – festes, kühles, leicht feuchtes Holz, auf dem andere Akzente spielen.
Der Rohstoff wird aus dem Holz und den Blättern des Kampferbaums (Cinnamomum camphora) gewonnen, der hauptsächlich in Ostasien wächst – in China, Japan, Taiwan und Vietnam. Das Dampfdestillationsverfahren extrahiert das ätherische Öl, das dann weiterverarbeitet wird, um verschiedene Fraktionen zu trennen. In der Parfümerie wird die „Ho Wood“-Fraktion für ihr raffiniertestes, medizinisch freies holziges Aroma mit Sandelholznoten geschätzt. Heute kann die Ho-Note entweder natürlich sein oder mit synthetischen Analoga reproduziert werden, was sie zugänglicher und umweltfreundlicher macht.
Diese einzigartige Note findet bei mutigen unabhängigen Marken und Parfümeuren Anwendung, die ihre meditative Ästhetik schätzen. Beispielsweise verleiht sie in der Komposition Phaedon - Cendres de The dem Teeakkord eine kühle, rauchige Mineralität. Die Marke EcoParfum verwendet sie im Duft Fougère, um einer klassischen Struktur moderne Transparenz zu verleihen. Und in Deconstructing Eden - Dreaming of Kyoto hilft Ho dabei, die Atmosphäre eines japanischen Moosgartens nachzubilden und feuchte holzige Frische einzubringen. Zu weiteren markanten Beispielen gehören das würzige Australian Private Reserve - Carnivale und das mysteriöse Sylva Pagana - Witch of the Woods.
Kampferzimt ist ein ausgezeichneter Teamplayer. Er passt ideal zu anderen holzigen Noten wie Zeder und Guajakholz und verstärkt deren Tiefe. Sein kühler Charakter kontrastiert wunderbar mit warmen Gewürzen, Weihrauch und ledrigen Akkorden. Oft wird er in Akkorden mit Tee, Moosen, wie in Cendres de The, oder mit Zitrus und Kräutern verwendet, um erfrischende, aber nicht triviale Fougères zu schaffen. In olfaktorischen Eigenschaften ähnelt er auch Noten wie Zypresse und Nagarmotha, teilt mit ihnen das Gefühl von Grün und feuchter Erde.
Düfte mit dem Ho-Akkord sind eine Wahl für nachdenkliche Persönlichkeiten, die Ruhe, Minimalismus und subtile Ästhetik schätzen. Sie eignen sich für diejenigen, die keinen süßen oder blumigen, sondern einen intellektuellen, atmosphärischen Duft suchen. Solche Kompositionen sind ideal für die Übergangszeiten – Frühling und Herbst, wenn ihre kühle Holznote besonders harmonisch klingt. Sie sind im Büro, beim Spaziergang, während meditativer Praktiken oder kreativer Arbeit angemessen. Bei der Auswahl lohnt es sich, auf Nischenmarken wie Phaedon oder Deconstructing Eden sowie auf die Werke von Parfümeuren wie Pierre Guillaume oder Marie Le Febvre zu achten, die gekonnt mit solchen Texturen arbeiten.
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