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Sankt Petersburg, Russland
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Die Marke von Brunhilde Mara de Guidi hat in ihrer Geschichte nur sechs Düfte herausgebracht, der letzte erschien 2015 und verschwand dann Mitte der 2010er Jahre. Die Düfte, inspiriert von der Tragödie „Romeo und Julia“ sowie von Gioconda und Anne Hathaway, Shakespeares Frau, überraschen mit ihrer Intellektualität, sind aber nicht frei von Ironie und Leichtigkeit. Zum Beispiel ist Ballo in Maschera etwas Seltsames, wo man Noten von Maisbart zwischen Kokosnuss, Hyazinthe und Tiare wahrnehmen kann. Ich kann nicht verstehen, ob es mir gefällt oder nicht 🤔
Wenn die Sonne im Zenit steht, erfüllt die Welt sich mit unglaublichem Licht und schafft eine Atmosphäre, als wäre sie in einen milchigen Schleier gehüllt. In solchen Momenten an der italienischen Küste kann man diesen magischen Glanz einfangen. Das Meer hier scheint weißes Licht zu reflektieren und alles um sich herum mit Leidenschaft und Wärme zu füllen, wie Feuer unter Eis. Der Duft Lumiere Blanche zieht durch seinen Kontrast von Temperaturen und Texturen an. Die Parfümeurin Sidonie Lancesseur mischte darin Iris, Mandelmilch und Tonkabohnen und fügte auch Kardamom, Sternanis und Zimt hinzu. Dieser würzige Akkord bringt Frische und Klarheit in die Gedanken, hilft, Sorgen loszuwerden – genau das, was man für einen tiefen Schlaf braucht
Die sechste Ausgabe dieser Kollektion ist einfach ein weiterer „Primer“, als ob man ohne ihn nicht auskommen könnte. Musc Noir Perfume Enhancer mag natürlich eigenständig erscheinen, aber in Wirklichkeit ist es nur eine Ansammlung von Noten: Jasmin, Iris, Moschus und Holz. Nichts Besonderes, ehrlich gesagt. Die Parfümeurin Leslie Gauthier nennt es eine „silbrige schwerelose Wolke“, aber ich finde, das ist nur leeres Gerede ))
Dieser Moschus ist natürlich launisch und kann ziemlich unangenehm sein. Oft verliert er sich einfach im Geruch von Orangenblütenseife oder verströmt einen muffigen Puder. Aber wenn man Glück hat, kann man ihn im besten Licht einfangen. Dann entfaltet sich eine erstaunliche Balance aus Aldehyden, Moschus und Ylang-Ylang im Retro-Stil. Obwohl, ja, eine seifige Note ist immer noch vorhanden, aber die Givaudan-Version klingt viel interessanter und lebendiger als Putain des Palaces von Etat Libre d`Orange
Der Duft, wie ein üppiges Wildkrautmeer, taucht einen in eine Atmosphäre ein, in der Freiheit herrscht. Man erinnert sich, wie Edmund Shklyarsky auf jener Vinylplatte vom „Ozean der Gräser“ sang. Hier, inmitten der lockigen Gräser, wie auf den Seiten von Walt Whitmans Gedichten, spürt man eine ursprüngliche Kraft - Galbanum. Sein scharfer Duft, wie eine Welle, überrollt einen, und es scheint, als gäbe es kein Ende. Auf der Oberfläche dieses Meeres beginnen Sonnenreflexe zu spielen - Zitrusfrüchte erscheinen. Inmitten der üppigen Vegetation entstehen die ersten Inseln, die immer mehr Raum einnehmen wollen. Hinter den Gräsern wachsen schlanke Bäume, an denen sich Harz bildet und den Wald mit Frische erfüllt. In „Panorama“ gibt es keine aufdringliche Süße wie bei Luxusparfums und keine Kitschigkeit von Nischenparfums - nur den ehrlichen, natürlichen Duft sommerlicher Grüntöne unter sanftem Sonnenlicht. Er ist leicht und frisch und schafft eine Atmosphäre der Entspannung. Genau das, was man braucht, wenn man ein paar zusätzliche freie Tage hat 🌿
Nicolas Ghesquière, nachdem er 2012 seine Position als Kreativdirektor von Balenciaga verlassen hatte, schuf viele interessante Dinge, auch in der Parfümerie. Zum Beispiel das Veilchen-Balenciaga Paris, seine Version L'Essence und das jugendliche Florabotanica. L'Essence kann man als einen Duft bezeichnen, der allen passt, die Parfümerie nicht in männlich und weiblich unterteilen, sondern nach ihren Vorlieben wählen 🌸 Der Veilchenakkord hier ändert sich ständig: mal frische Blätter, durchtränkt vom Geruch der Erde, mal Blumen im Weihrauchrauch, und manchmal ist sogar ein Aluminiumgeschmack spürbar. Das blumige Puder von Balenciaga Paris ist erkennbar, aber der Parfümeur Olivier Polge legte den Schwerpunkt auf feuchtes Grün, wie nach dem Regen, mit der Zugabe von Vetiver. Der Duft ist introvertiert und düster, erinnert an den Wald aus Lars von Triers Film „Antichrist“, in dem Ghesquières Muse Charlotte Gainsbourg mitspielte 🍃
Aedes de Venustas erinnert in manchen Momenten tatsächlich an Comme des Garcons 2, besonders wenn es um die Weihrauchnote geht. Aber es hat etwas völlig Einzigartiges und schwer Fassbares. Stellen Sie sich vor, wie Tomatenblätter mit Weihrauch vermischt werden, und darüber alles mit sauren Beeren, zum Beispiel roten Johannisbeeren, und einem erfrischenden grünen Granny Smith Apfel bestreut wird!!! Dieser bitter-nussige Unterton verleiht Aedes de Venustas einen unglaublichen Chic, als wäre er in luxuriösen lila Samt mit goldenen Akzenten gehüllt. Manchmal erzeugt die Kombination aus Weihrauch und Blättern einen hellen Wacholder-Farbton - es fühlt sich an, als würde man in ein Glas Gin eintauchen und seinen Duft gierig einatmen. Aedes de Venustas ist echter Parfüm-Rock'n'Roll, der der Grauheit und Langeweile trotzt. Er nimmt dir all deine Energie und zwingt dich, einer tiefen Wahrheit ins Auge zu blicken: Es ist ein unbeweglicher Monolith, für den tausend Worte nicht ausreichen würden, um sein Wesen zu beschreiben
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